Der schriftliche Teil der Steuerberaterprüfung findet jährlich bundeseinheitlich an drei aufeinander folgenden Tagen der ersten vollen Oktoberwoche statt.

Die Klausuren gliedern sich wie folgt:

  • Klausur 1: Verfahrensrecht, Umsatzsteuer, Bewertungsrecht, Erbschaftsteuer
  • Klausur 2: Ertragsteuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, intern. StR/ Außen-StR)
  • Klausur 3: Buchführung und Bilanzwesen, Umwandlungsteuerrecht
     

Pro Klausur werden 6 Zeitstunden angesetzt. Jede Klausur wird einzeln bewertet. Ist der Gesamtdurchschnitt aller drei Noten nicht schlechter als 4,5 wird man zur mündlichen Prüfung zugelassen.

Der mündliche Teil setzt sich aus einem Kurzvortrag von ca. 5 - 10 Minuten sowie sechs Prüfungsgesprächsrunden zusammen. Für jede einzelne Runde erfolgt eine Bewertung, aus denen dann die Gesamtnote gebildet wird. Haben Sie zusammen mit dem Ergebnis der schriftlichen Prüfung im Durchschnitt mindestens 4,15 erreicht, gilt die Prüfung als bestanden.

 

Die mündliche Prüfung beinhaltet neben  den  Steuerrechtsgebieten  der  schriftlichen  Prüfung  (ESt,  KSt,  USt,  AO/FGO,  BilanzStR,  ErbSt, GrESt  und  sonstige  Verkehrsteuern),  diese  jetzt  auf  einem  aktuellen  Rechtsstand,  kommen  folgende Gebiete in der mündlichen Prüfung hinzu:

  • Handelsrecht,  Grundzüge  des  BGB,  Gesellschaftsrecht,  Insolvenzrecht  und  Recht  der  Europäischen Gemeinschaft
  • Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen
  • Volkswirtschaftslehre
  • Berufsrecht

Die mündliche Prüfung ist vor demselben Prüfungsausschuss wie die schriftliche Prüfung abzulegen. Der Austausch  einer  oder  mehrerer  Mitglieder  führt  jedoch  nicht  zum  Anspruch  der  Neubewertung  der schriftlichen Prüfung. Der Prüfungsausschuss wird von der jeweiligen zuständigen Landesbehörde gebildet, bei Bedarf können auch mehrere Prüfungsausschüsse gebildet werden. 

Die mündliche Prüfung besteht aus einem Kurzvortrag (zu Beginn)und 6 Prüfungsabschnitten, für die jeweils eine Note vergeben wird. Das arithmetische Mittel  dieser 7 Noten ergibt die Note  der  mündlichen Prüfung, welche wiederum  mit  dem  Ergebnis  der  schriftlichen  Prüfung  zum  Gesamtergebnis  gemittelt  wird.  Ab  einem Gesamtergebnis  von  4,15  gilt  das  Steuerberaterexamen  als  bestanden.  Die mündliche Gesamtnote wird Ihnen  nicht  mitgeteilt. Die Note  ist  daher  auch  weder  Inhalt  der  Berufungsurkunde  der Steuerberaterkammer  noch  der  Bescheinigung  der  prüfenden Landesbehörde.  Nach bestandener  Prüfung werden  alle  Steuerberater  mit  dem  gleichen  Ergebnis  in  die  Berufswelt  entlassen.  Achtung:  Die Nicht-Teilnahme an der Prüfung ohne ausreichende Entschuldigung  (wobei verkehrsbedingtes  späteres  Erscheinen  keine  ausreichende  Entschuldigung  ist)  hat  das  Nicht-Bestehen zur Konsequenz, unabhängig vom Ergebnis der schriftlichen Prüfung.

Der  Prüfungsausschuss  oder  die Prüfungskommission setzt sich aus  drei  Beamten des  höheren Dienstes, von denen einer der Vorsitzende der Kommission ist, und drei Steuerberatern oder zwei Steuerberatern und einem Vertreter  der Wirtschaft zusammen. Die oben genannten Prüfungsgebiete werden je nach Neigung und Kenntnisstand auf die einzelnen Prüfer verteilt, wobei der Prüfungsvorsitzende meist Fragen zu allen Prüfungsgebieten  stellen  kann.  Dieser  Prüfungsplan  wird  den  Kandidaten  vor  der  Prüfung  bekannt gemacht.  Anzumerken  ist,  dass  alle  Prüfer  grundsätzlich  das  Recht  haben,  auch  aus  den  anderen Prüfungsgebieten Fragen zu stellen. Geprüft wird in Gruppen von 3 – 7 Kandidaten, die Regel sind jedoch Prüfungen mit 4 - 5 Kandidaten. Ein Recht auf Einzelprüfung besteht nicht.    


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